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ISO 27001 Kosten

Was kostet die Zertifizierung wirklich? Transparente Preisübersicht.

ISO 27001 Kosten: Vollständige Übersicht für Unternehmen (2026)

Die ISO 27001 Kosten sind eine der häufigsten Fragen, die uns Unternehmen stellen, bevor sie den Weg zur Zertifizierung einschlagen. ISO 27001 ist Teil der ISO 27000 Normenreihe für Informationssicherheit. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Die Investition variiert erheblich je nach Unternehmensgröße, Branche, bestehender IT-Infrastruktur und dem gewählten Umsetzungsweg. In diesem Leitfaden schlüsseln wir alle Kostenfaktoren transparent auf — von der ersten Beratung bis zur erfolgreichen Zertifizierung und außerdem.

Ob Sie ein kleines Unternehmen mit 20 Mitarbeitern oder ein Konzern mit über 500 Beschäftigten sind: Nach diesem Artikel wissen Sie genau, welche ISO 27001 Zertifizierung Kosten auf Sie zukommen, welche versteckten Ausgaben lauern und wie Sie die Investition wirtschaftlich rechtfertigen.

Was kostet eine ISO 27001 Zertifizierung? — Die Kurzübersicht

Bevor wir ins Detail gehen, hier die Gesamtkosten als Orientierung: Kleine Unternehmen sollten mit 15.000 bis 40.000 Euro rechnen, mittelständische Unternehmen mit 40.000 bis 120.000 Euro und Großunternehmen mit 100.000 Euro aufwärts. Diese Zahlen umfassen die vollständige Implementierung eines ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem) sowie die externe Zertifizierungsauditierung.

Die ISMS Kosten setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die wir im Folgenden einzeln betrachten.

Detaillierte Kostenaufschlüsselung nach Unternehmensgröße

Kostenfaktor Klein (10–50 MA) Mittel (50–250 MA) Groß (250+ MA)
Gap-Analyse / Bestandsaufnahme 2.000–5.000 € 5.000–12.000 € 10.000–25.000 €
ISMS-Aufbau & Dokumentation 5.000–15.000 € 15.000–40.000 € 30.000–80.000 €
Externe Beratung / Begleitung 5.000–15.000 € 15.000–45.000 € 40.000–100.000+ €
Technische Maßnahmen 2.000–8.000 € 8.000–30.000 € 20.000–80.000 €
Schulungen & Awareness 1.000–3.000 € 3.000–10.000 € 8.000–25.000 €
Internes Audit 1.000–3.000 € 3.000–8.000 € 5.000–15.000 €
Zertifizierungsaudit (extern) 4.000–8.000 € 8.000–18.000 € 15.000–35.000 €
Gesamtkosten (Erstjahr) 15.000–40.000 € 40.000–120.000 € 100.000–300.000+ €
Jährliche Folgekosten 5.000–12.000 € 12.000–35.000 € 30.000–80.000 €

Hinweis: Die Angaben basieren auf aktuellen Marktpreisen in Deutschland (Stand 2026). Die tatsächlichen ISO 27001 Kosten hängen von individuellen Faktoren ab, die wir im nächsten Abschnitt erläutern.

Die 8 wichtigsten Kostenfaktoren im Detail

1. Gap-Analyse und Bestandsaufnahme

Jedes ISO-27001-Projekt beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Wo steht Ihr Unternehmen heute in Bezug auf Informationssicherheit? Die Gap-Analyse vergleicht den Ist-Zustand mit den ISO 27001 Anforderungen und identifiziert konkrete Handlungsfelder. Je nach Komplexität der IT-Landschaft dauert diese Phase 2 bis 10 Tage.

Die Kosten für eine professionelle Gap-Analyse liegen zwischen 2.000 und 25.000 Euro. Dieser Schritt ist wichtig, denn er bestimmt den Gesamtaufwand und verhindert böse Überraschungen im weiteren Verlauf.

2. ISMS-Aufbau und Dokumentation

Der ISMS-Aufbau ist der größte Einzelposten bei den ISO 27001 Zertifizierung Kosten. Hier werden Richtlinien, Prozesse und Verfahren entwickelt, dokumentiert und implementiert. Dazu gehören unter anderem:

  • Informationssicherheitsleitlinie und Sicherheitsziele
  • Risikoanalyse und Risikobehandlungsplan
  • Statement of Applicability (SoA / Erklärung zur Anwendbarkeit)
  • Asset-Inventar und Klassifizierung
  • Zugangskontrollen und Berechtigungskonzepte
  • Incident-Management-Prozesse
  • Business-Continuity-Planung
  • Lieferantenbewertung und -management

Der Dokumentationsaufwand wird häufig unterschätzt. Je nach Ausgangslage müssen 30 bis über 100 Dokumente erstellt oder überarbeitet werden. Bei kleineren Unternehmen lässt sich dieser Aufwand mit Vorlagen und erfahrener ISMS-Beratung deutlich reduzieren.

3. Externe Beratungskosten

Die meisten Unternehmen setzen auf externe ISO 27001 Beratung, da intern das Fachwissen und die Kapazitäten fehlen. Erfahrene Berater berechnen in Deutschland zwischen 1.200 und 2.500 Euro pro Tag. Die Anzahl der Beratertage variiert erheblich:

  • Kleines Unternehmen: 10–20 Beratertage
  • Mittelstand: 20–50 Beratertage
  • Großunternehmen: 50–100+ Beratertage

Bei DATUREX GmbH bieten wir ISO 27001 Beratung ab 5.000 Euro an — maßgeschneidert auf Ihre Unternehmensgröße und bestehende Infrastruktur. Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an.

4. Technische Maßnahmen und Investitionen

Je nach Ergebnis der Gap-Analyse müssen technische Lücken geschlossen werden. Typische Investitionen umfassen:

  • Firewall- und Netzwerksegmentierung
  • SIEM-Systeme (Security Information and Event Management)
  • Endpoint-Protection und Mobile Device Management
  • Verschlüsselungslösungen für Daten in Ruhe und Transit
  • Backup- und Recovery-Systeme
  • Zugangskontrollen (z. B. Multi-Faktor-Authentifizierung)
  • Schwachstellen-Scanner und Penetrationstests

Unternehmen mit einer modernen IT-Infrastruktur und Cloud-basierten Diensten haben hier oft geringere Zusatzkosten, da viele Sicherheitsfunktionen bereits integriert sind. Veraltete Systeme können die ISMS Kosten hingegen erheblich in die Höhe treiben.

5. Schulungen und Awareness-Programme

ISO 27001 fordert, dass alle Mitarbeiter über die relevanten Informationssicherheitsrichtlinien informiert und geschult werden. Die Kosten hängen von der Anzahl der Mitarbeiter und dem gewählten Schulungsformat ab:

  • E-Learning-Plattformen: 5–20 € pro Mitarbeiter/Jahr
  • Präsenzschulungen: 500–2.000 € pro Schulungstag
  • Phishing-Simulationen: 1.000–5.000 € pro Kampagne
  • Führungskräfte-Workshops: 1.500–3.000 € pro Workshop

Diese Ausgaben sind keine einmalige Investition: Awareness-Programme müssen regelmäßig wiederholt und aktualisiert werden, um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten.

6. Kosten für den Informationssicherheitsbeauftragten

Ein ISMS benötigt einen verantwortlichen Informationssicherheitsbeauftragten (ISB). Sie haben drei Optionen mit unterschiedlichen Kostenstrukturen:

  • Interner ISB (Vollzeit): 60.000–90.000 € Jahresgehalt plus Nebenkosten
  • Interner ISB (Teilzeit, neben anderer Rolle): anteilige Personalkosten, aber oft geringere Effektivität
  • Externer ISB: 1.000–3.500 € pro Monat je nach Umfang

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist ein externer Informationssicherheitsbeauftragter häufig die wirtschaftlichste Lösung. Die laufenden Kosten sind planbar, und Sie profitieren von der Erfahrung aus zahlreichen Projekten.

7. Zertifizierungsaudit durch akkreditierte Stelle

Das Zertifizierungsaudit wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle durchgeführt (z. B. TÜV, DEKRA, DQS, BSI Group). Die Kosten richten sich nach dem Geltungsbereich, der Mitarbeiterzahl und der Anzahl der Standorte:

  • Stage 1 Audit (Dokumentenprüfung): 1–3 Audittage
  • Stage 2 Audit (Vor-Ort-Prüfung): 3–10+ Audittage
  • Audittage-Kosten: 1.200–1.800 € pro Tag

Hinzu kommen Reisekosten der Auditoren und eine jährliche Zertifizierungsgebühr. Bei Nichtbestehen des Audits fallen für die Nachprüfung zusätzliche Kosten an — ein Grund mehr, die Vorbereitung gründlich anzugehen.

8. Jährliche Folgekosten (Überwachungsaudits und Re-Zertifizierung)

Die ISO 27001 Zertifizierung gilt für drei Jahre. In den Jahren 2 und 3 finden verkürzte Überwachungsaudits statt, im dritten Jahr dann das Re-Zertifizierungsaudit:

  • Überwachungsaudit (jährlich): 50–70 % der Erstaudit-Kosten
  • Re-Zertifizierung (alle 3 Jahre): 70–80 % der Erstaudit-Kosten
  • Laufende ISMS-Pflege: internes Personal, Schulungen, technische Updates
  • Management-Reviews und interne Audits: regelmäßiger Aufwand

Planen Sie die Folgekosten von Anfang an mit ein. Über einen Drei-Jahres-Zyklus betragen die Gesamtkosten typischerweise das 1,5- bis 2-fache der Erstinvestition.

Versteckte Kosten bei der ISO 27001 Zertifizierung

Neben den offensichtlichen Kostenpositionen gibt es Ausgaben, die viele Unternehmen in ihrer Kalkulation vergessen:

  • Personalkapazitäten: Interne Mitarbeiter verbringen erhebliche Zeit mit dem Projekt — Opportunitätskosten, die selten beziffert werden. Rechnen Sie mit 0,5–2 Vollzeitäquivalenten über die Projektlaufzeit.
  • Produktivitätsverluste: Neue Prozesse und Richtlinien erfordern Einarbeitung und führen anfangs zu Reibungsverlusten.
  • Tool-Lizenzen: GRC-Software, Dokumentenmanagement, ISMS-Tools — monatliche Kosten von 200 bis 2.000 Euro.
  • Nachbesserungen nach dem Audit: Werden Abweichungen festgestellt, müssen diese innerhalb einer Frist behoben und nachgeprüft werden.
  • Scope-Erweiterungen: Häufig stellt sich während der Implementierung heraus, dass der ursprünglich definierte Geltungsbereich zu eng gefasst war.
  • Rechtsberatung: Prüfung von Verträgen, Datenschutzaspekten und regulatorischen Anforderungen.

Tipp: Planen Sie einen Puffer von 15–20 % auf das geschätzte Budget ein, um unvorhergesehene Kosten abzufangen.

Selbst umsetzen oder mit Berater? — Der Kostenvergleich

Eine der wichtigsten Entscheidungen betrifft den Umsetzungsweg. Hier ein realistischer Vergleich für ein mittelständisches Unternehmen mit 100 Mitarbeitern:

Kriterium Eigenregie Mit externer Beratung
Externe Kosten 8.000–15.000 € (nur Audit) 35.000–70.000 € (Beratung + Audit)
Interne Personalkosten 80.000–150.000 € (hoher Aufwand) 25.000–50.000 € (geringer Aufwand)
Gesamtkosten (geschätzt) 88.000–165.000 € 60.000–120.000 €
Zeitrahmen 12–24 Monate 6–12 Monate
Risiko des Scheiterns Hoch (fehlende Erfahrung) Gering (bewährte Methodik)
Know-how-Aufbau intern Hoch, aber langwierig Mittel, mit Wissenstransfer
Qualität der Dokumentation Oft unzureichend Audit-erprobt
Erstbestehensquote Audit ~60 % ~95 %

Die Zahlen zeigen: Mit externer Beratung ist die Zertifizierung häufig günstiger als in Eigenregie — wenn man die internen Personalkosten ehrlich einrechnet. Zudem halbiert sich die Projektdauer, und das Risiko eines gescheiterten Audits sinkt drastisch. Besonders für KMU, die keine dedizierte IT-Sicherheitsabteilung haben, ist der Beraterweg klar wirtschaftlicher.

ROI-Berechnung: Lohnt sich die ISO 27001?

Die Frage nach dem ISO 27001 Preis sollte immer im Verhältnis zum Nutzen betrachtet werden. Hier eine beispielhafte ROI-Kalkulation:

Direkte finanzielle Vorteile

  • Vermeidung von Sicherheitsvorfällen: Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks in Deutschland betragen laut IBM-Studie 4,9 Millionen Euro (2025). Selbst wenn die ISO 27001 das Risiko nur um 30 % senkt, ergibt sich ein erwarteter Vorteil von 1,47 Millionen Euro über die Zertifizierungslaufzeit.
  • Vermeidung von Bußgeldern: NIS2-Verstöße können bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des Jahresumsatzes kosten. Ein ISMS nach ISO 27001 erfüllt wesentliche NIS2-Anforderungen.
  • Reduzierung von Versicherungsprämien: Cyber-Versicherungen bieten zertifizierten Unternehmen Rabatte von 10–25 %.

Indirekte geschäftliche Vorteile

  • Wettbewerbsvorteil: Immer mehr Ausschreibungen (öffentlich und privat) setzen ISO 27001 voraus. Ohne Zertifikat gehen Aufträge verloren.
  • Kundenvertrauen: Nachweisbare Informationssicherheit stärkt die Kundenbindung und erleichtert die Neukundengewinnung.
  • Effizientere Prozesse: Die Standardisierung durch das ISMS reduziert Reibungsverluste und schafft klare Verantwortlichkeiten.
  • Regulatorische Compliance: Ein ISMS nach ISO 27001 erfüllt Anforderungen aus DSGVO, NIS2, KRITIS und branchenspezifischen Regulierungen gleichzeitig.

Beispiel-ROI für ein mittelständisches Unternehmen

Position Wert (3 Jahre)
ISO 27001 Gesamtkosten (3-Jahres-Zyklus) -120.000 €
Vermiedene Sicherheitsvorfälle (Erwartungswert) +300.000 €
Zusätzliche Aufträge durch Zertifizierung +200.000 €
Cyber-Versicherungsersparnis +15.000 €
Prozesseffizienzgewinne +50.000 €
Netto-ROI +445.000 €

Die ISO 27001 Zertifizierung amortisiert sich in den meisten Fällen innerhalb der ersten 12 bis 18 Monate — vorausgesetzt, das Unternehmen nutzt die Zertifizierung auch aktiv im Vertrieb und Kundenmanagement.

Typischer Zeitplan und Kostenverteilung

Ein realistischer Zeitplan für die ISO 27001 Zertifizierung mit externer Beratung sieht wie folgt aus:

  1. Monat 1–2: Gap-Analyse und Projektplanung — 10–15 % des Budgets. Definition des Geltungsbereichs, Bestandsaufnahme, Projektorganisation aufsetzen.
  2. Monat 2–5: ISMS-Aufbau und Dokumentation — 35–40 % des Budgets. Risikoanalyse, Richtlinien erstellen, Prozesse definieren, Statement of Applicability.
  3. Monat 5–7: Implementierung und technische Maßnahmen — 25–30 % des Budgets. Technische Lücken schließen, Schulungen durchführen, Prozesse in den Alltag integrieren.
  4. Monat 7–8: Internes Audit und Management-Review — 5–10 % des Budgets. Überprüfung der Wirksamkeit, Korrekturmaßnahmen umsetzen.
  5. Monat 8–10: Zertifizierungsaudit (Stage 1 + Stage 2) — 10–15 % des Budgets. Externe Prüfung durch akkreditierte Stelle.

Gesamtdauer mit Berater: 8–12 Monate. In Eigenregie sollten Sie 14–24 Monate einplanen.

Wie Sie die ISO 27001 Kosten senken können

Es gibt mehrere Hebel, um die ISMS Kosten zu optimieren, ohne die Qualität der Zertifizierung zu gefährden:

  • Scope gezielt eingrenzen: Zertifizieren Sie zunächst nur die kritischsten Geschäftsbereiche. Der Geltungsbereich lässt sich später erweitern.
  • Bestehende Strukturen nutzen: Wenn Sie bereits ein QMS nach ISO 9001 haben, können viele Prozesse und Dokumente wiederverwendet werden.
  • Vorlagen und Toolkits einsetzen: Professionelle Dokumentenvorlagen sparen Wochen an Entwicklungszeit.
  • Förderprogramme prüfen: Einige Bundesländer und der Bund bieten Förderprogramme für IT-Sicherheitsmaßnahmen in KMU an (z. B. „Digital jetzt“, „go-digital“).
  • Kombizertifizierungen: ISO 27001 zusammen mit ISO 27701 (Datenschutz) oder ISO 22301 (Business Continuity) zertifizieren spart Auditkosten.
  • Erfahrene Berater wählen: Billigberater kosten langfristig mehr. Achten Sie auf nachweisbare Erfolge und Branchenerfahrung.

Branchenspezifische Besonderheiten bei den Kosten

IT-Dienstleister und Softwareunternehmen

Oft bereits gut aufgestellt in Bezug auf technische Maßnahmen. Die Hauptkosten liegen in der Dokumentation und Formalisierung bestehender Prozesse. Typische Mehrkosten: gering bis moderat.

Gesundheitswesen und Pharmaindustrie

Hohe regulatorische Anforderungen (z. B. KRITIS, Patientendatenschutz) erhöhen den Aufwand bei der Risikoanalyse und den technischen Maßnahmen. Kosten liegen oft 30–50 % über dem Durchschnitt.

Finanzsektor

Banken und Versicherungen unterliegen zusätzlichen Anforderungen (BAIT, VAIT, DORA). Die ISO 27001 ergänzt diese Regulierungen, erfordert aber eine sorgfältige Abstimmung. Höherer Beratungsaufwand ist einzuplanen.

Produzierendes Gewerbe

OT-Security (Operational Technology) in der Produktion erweitert den Scope erheblich. Die Integration von IT- und OT-Sicherheit ist komplex und treibt die Kosten nach oben.

Häufige Fragen zu ISO 27001 Kosten (FAQ)

Was kostet eine ISO 27001 Zertifizierung für ein kleines Unternehmen?

Für Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern liegen die Gesamtkosten der Erstimplementierung und Zertifizierung typischerweise zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Der größte Anteil entfällt auf die externe Beratung und den ISMS-Aufbau. Durch einen fokussierten Geltungsbereich und den Einsatz von Dokumentenvorlagen lassen sich die Kosten am unteren Ende halten.

Welche laufenden Kosten fallen nach der Zertifizierung an?

Die jährlichen Folgekosten umfassen Überwachungsaudits (50–70 % der Erstaudit-Kosten), laufende Schulungen, ISMS-Pflege und ggf. einen externen ISB. Für ein mittelständisches Unternehmen sind das typischerweise 12.000 bis 35.000 Euro pro Jahr.

Kann ich die ISO 27001 ohne externen Berater umsetzen?

Grundsätzlich ja, wenn Sie intern über das nötige Fachwissen verfügen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Eigenregie meist teurer und langwieriger ist, weil interne Mitarbeiter deutlich mehr Zeit benötigen und die Erstbestehensquote im Audit niedriger liegt. Ein erfahrener Berater spart unter dem Strich häufig Geld.

Wie lange dauert die ISO 27001 Zertifizierung?

Mit professioneller Begleitung dauert der Prozess von der Gap-Analyse bis zur Zertifikatsübergabe in der Regel 8 bis 12 Monate. In Eigenregie sollten Sie mit 14 bis 24 Monaten rechnen. Bei sehr kleinen Unternehmen mit einfacher IT-Struktur ist auch eine Umsetzung in 6 Monaten möglich.

Ist die ISO 27001 Pflicht?

Die ISO 27001 ist keine generelle Pflicht, wird aber durch Regulierungen wie NIS2, KRITIS und branchenspezifische Anforderungen (BAIT, DORA) zunehmend faktisch verpflichtend. Viele Auftraggeber — insbesondere im öffentlichen Sektor und in der Automobilindustrie — setzen die Zertifizierung als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit voraus.

Gibt es Fördermittel für die ISO 27001 Zertifizierung?

Ja, verschiedene Programme unterstützen KMU bei IT-Sicherheitsinvestitionen. Relevante Förderprogramme sind unter anderem „Digital jetzt“ (BMWK), „go-digital“, sowie länderspezifische Programme wie der sächsische Digitalisierungsbonus. Die Förderquoten liegen zwischen 30 und 50 % der förderfähigen Kosten. Eine Antragstellung vor Projektbeginn ist in der Regel erforderlich.

Was passiert, wenn das Zertifizierungsaudit nicht bestanden wird?

Werden wesentliche Abweichungen (Major Non-Conformities) festgestellt, muss das Unternehmen diese innerhalb einer Frist (meist 90 Tage) beheben. Anschließend findet eine Nachprüfung statt, die zusätzliche Kosten von 2.000 bis 8.000 Euro verursacht. Geringfügige Abweichungen (Minor Non-Conformities) können meist bis zum nächsten Überwachungsaudit behoben werden.

Wie verhalten sich die ISO 27001 Kosten im Vergleich zu einem Sicherheitsvorfall?

Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks in Deutschland betragen laut aktuellen Studien rund 4,9 Millionen Euro — inklusive Umsatzausfall, Wiederherstellung, Rechtskosten und Reputationsschaden. Selbst eine aufwändige ISO 27001 Zertifizierung kostet nur einen Bruchteil davon. Die Frage ist also nicht, ob Sie sich die Zertifizierung leisten können, sondern ob Sie es sich leisten können, darauf zu verzichten.

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